Arthrose beim Pferd

20. Mai 2022
Osteoarthrose, allgemein bekannt als „Arthrose“ oder „degenerative Gelenkserkrankung“, ist eine Gelenkserkrankung, die bei Menschen aber auch bei Pferden sehr häufig auftritt. 60 % der Pferde, die älter als 15 Jahre sind, leiden an Arthrose und in 50 % der Lahmheitsfälle ist Arthrose die Ursache.

Arthrose ist eine fortschreitende Schädigung des Knorpels, des subchondralen Knochens und der Weichteile des betroffenen Gelenks. Je nach Stadium können Steifheit, Lahmheit und Schwierigkeiten bei der Bewegung die Symptome sein.

  • Arthrose wird oft mit alten Pferden in Verbindung gebracht, junge Pferde sind jedoch nicht weniger anfällig, vor Allem wenn die Gelenke während des Trainings stark beansprucht werden
  • Die Krankheit ist multifaktoriell: Abgesehen vom Alter können viele weitere Faktoren für das Auftreten von Arthrose im Pferd verantwortlich sein
Auch wenn das Auftreten von Osteoarthrose gefürchtet ist, bedeutet die Diagnose nicht automatisch das Ende der sportlichen Karriere. Es gibt mehrere Möglichkeiten dem Fortschreiten entgegenzuwirken und die Gelenke des Pferdes zu unterstützen.

Schauen wir uns das mal genauer an:
1.    Was ist Osteoarthrose?
2.    Woher weiß ich, dass mein Pferd an Arthrose leidet?
3.    Wie kann ich meinem Pferd mit Arthrose Linderung verschaffen?
4.    Arthrose und Leistung: Schlussfolgerung?

1.    Was ist Arthrose?

Der Aufbau des Gelenks

Zunächst sollte einmal erklärt werden, was ein Gelenk ist und woraus es besteht.
Ein Gelenk ist eine bewegliche Verbindung zwischen zwei Knochen: grob gesagt hält es die Knochen des Skeletts zusammen und gibt ihnen gleichzeitig die notwendige Mobilität.
Knorpel befindet sich an den beiden knöchernen Enden des Gelenks. Er hat zwei Hauptfunktionen: er schützt gegen Reibung zwischen den beiden Knochen (wenn die Knochenoberfläche übereinander gleitet), und dämpft Stöße erheblich. Dadurch garantiert er einen flüssigen schmerzfreien Ablauf der Bewegung des Pferdes (Beugung, Streckung und Drehung).
Umhüllt ist das Gelenk außen von der Gelenkkapsel, die mit Gelenkflüssigkeit gefüllt ist. Hier sind die Knochenenden mit der Knorpelschicht eingebettet. Die Gelenkflüssigkeit besteht hauptsächlich aus Wasser und ist reich an Nährstoffen, Mineralsalzen und Hyaluronsäure. Ihre Hauptfunktion ist es, die Knorpelzellen (Chondrozyten) mit Nährstoffen zu versorgen und sie fungiert als „Schmiermittel“.

Knorpeldegeneration

Das Auftreten von Arthrose beim Pferd folgt auf einen natürlichen Verschleißprozess. Über die Zeit (oder nach Traumata, die aus verschiedenen Gründen entstehen können), degeneriert der Knorpel allmählich. Die betroffenen Regionen weisen nach und nach immer weniger Knorpel auf.
Während der Knorpel dünner wird und anfängt zu „bröckeln“, verliert er unter anderem die Fähigkeit der Stoßdämpfung, wodurch die Belastung der Knochen steigt. Dieser degenerative Prozess führt zu einer Kettenreaktion im Gelenk, bis es zu einer Entzündung kommt.
Bei fortgeschrittener Arthrose, bei der der Knorpel vollständig degeneriert ist, ist das Gelenk schmerzhaft und das Pferd hat selbst im Ruhezustand Schwierigkeiten sich zu bewegen (Steifheit und Lahmheit). Um diesem Schmerz zu entkommen, nutzt das Pferd die umgebenden Muskeln, Bänder und Sehnen. Allerdings kann die Beanspruchung und Belastung dieser Gewebe auch zu sekundären Schäden führen.
Wichtig zu wissen ist, dass Knorpelgewebe nur eine geringe oder gar keine Heilungsfähigkeit besitzt. Einmal beschädigt, kann Knorpel sich nicht wieder regenerieren. Der Schaden, der durch Arthrose entsteht ist also irreversibel.
Am meisten betroffen sind die Gelenke im Bereich des Fußes, der Fessel und des Sprunggelenkes, die täglich unter Druck stehen, insbesondere in Abhängigkeit von der Körperkondition und der körperlichen Aktivität des Pferdes.

⚠️ Achtung, nicht verwechseln! Arthrose ist nicht das gleiche wie Arthritis
Für Arthritis ist die Entzündung eines oder mehrerer Gelenke charakteristisch. Diese akute oder chronische multifaktorielle Erkrankung kann verschiedene Formen haben: Die infektiöse Form der Arthritis wird durch ein Pathogen (krankmachender Keim wie Bakterium oder Virus) in der Gelenkkapsel ausgelöst. Die nicht-infektiöse Form kommt von der Entzündungsreaktion, die durch den Abbauprozess des Gelenkknorpels entsteht.
 

2.    Woher weiß ich, dass mein Pferd an Arthrose leidet?

Die Ursachen von Arthrose beim Pferd


Das Alter

Die Häufigkeit von Arthrose erhöht sich mit steigendem Alter, da der Knorpel sich natürlicherweise zurückbildet, wenn das Pferd älter wird. Deswegen ist es sehr verbreitet, dass Arthrose bei älteren Pferden auftritt. Es gibt aber noch weitere Faktoren, die kleinste Verletzungen im Knorpel verursachen und dadurch das Risiko von Arthrose erhöhen.

Ungeeignetes Training

zu häufig, lang und intensiv, fehlendes Vorbereiten und Aufwärmen eines Pferdes, das einen Mangel hat oder noch im Wachstum ist, können traumatisch sein. Die Geschwindigkeit, die starke Bewegung und die wiederholte Beanspruchung sind schädlich für die Gelenke.
⚠️ Überbeanspruchung führt zu einer schnelleren Abnutzung des Knorpels und kann dadurch zu einer frühen Arthrose führen.
Auch die Beschaffenheit des Bodens ist wichtig: Häufige Bewegung auf zu tiefem oder zu hartem Boden hat Konsequenzen. Die Arbeit auf einem harten Untergrund hat direkte Auswirkungen auf die Gelenke, ein weicher und tiefer Boden hingegen übt Druck auf die Sehnen aus. Deswegen wird empfohlen auf abwechslungsreichem Gelände zu trainieren und/oder zwischen hartem und weichem Untergrund zu wechseln.

Gliedmaßenfehlstellungen

Gliedmaßenstellung bedeutet, wie das Pferd auf seinen vier Beinen steht und sich bewegt. Fehlstellungen haben Auswirkungen auf die Gelenke, Muskeln und Sehnen des gesamten Bewegungsapparates.
Die Korrektur dieser Fehlstellungen ist ein entscheidender Faktor für die Qualität des Bewegungsapparates. Dafür ist eine regelmäßige Betreuung durch den Hufschmied unerlässlich und das bereits beim jungen Pferd.

Übergewicht

Unbestritten begünstigt Übergewicht (und zwar nicht nur ein zu hohes Eigenkörpergewicht) das Auftreten von Arthrose beim Pferd, insbesondere in den Gelenken des Bewegungsapparates.
⚠️ Übergewicht übt kontinuierlich Druck aus, was eine zusätzliche Belastung für den Knorpel ist.

Verletzungen, Kontaminationen und Infiltrationen des Gelenks

Neben Verletzungen, die durchs Fallen oder einen Unfall verursacht werden, können auch andere Dinge den Knorpel beeinträchtigen:
  • Kontamination des Gelenks mit einem pathogenen Erreger
  • Komplikationen bei einem operativen Eingriff
  • Gewisse intraartikuläre Injektionen (Injektionen mit steroidalen Entzündungshemmern, Kortikosteroiden und anderen Medikamenten)

Welche Symptome treten bei Arthrose auf und wie wird die Krankheit bei Pferden diagnostiziert?


Der Verlauf einer Arthrose beim Pferd ist nicht vorhersehbar. Arthrose kann sich mehr oder weniger unerwartet und schneller oder langsamer entwickeln (innerhalb weniger Monate oder Jahrzehnte). Da der Schaden irreversibel ist, ist es wichtig die ersten Anzeichen von Gelenkbeschwerden zu erkennen.

Dazu zählen:
  • Steifheit und Widerstand vor oder während der Aufwärmphase
  • Geschwollene, warme Gelenke
  • Schwierigkeiten bei Bewegungen
  • Lahmheiten

3. Wie kann ich meinem Pferd mit Arthrose Linderung verschaffen?


Tierärztliche Behandlung

Im Verdachtsfall sollte immer ein Tierarzt hinzugezogen werden. Dieser kann nach einer körperlichen Untersuchung und mit der Hilfe von medizinischer Bildgebung der Gelenke die Diagnose bestätigen. Obwohl der Knorpel nicht auf Röntgenbildern zu sehen ist, wird der Tierarzt die Auswirkungen auf die Knochen überprüfen können.
Nach den klinischen Untersuchungen und abhängig vom Stadium der Arthrose, kann der Tierarzt verschiedene Medikamente verschreiben, um die Schmerzen des Pferdes zu lindern.

Ergänzungsfuttermittel

Arthrose ist eine Krankheit, die nicht heilbar ist. Der Einsatz von Ergänzungsfuttermitteln kann die Symptome bei Pferden, die an Arthrose leiden, mindern und das Fortschreiten verlangsamen. Allerdings sollte man nicht erwarten, dass das beschädigte Knorpelgewebe vollständig regeneriert.
Zu den Inhaltsstoffen, die zur Unterstützung der Gelenke beitragen können, zählen:

CHONDROPROTEKTIVE STOFFE

Chondroprotektive Stoffe sind Substanzen, die mit dem Ziel eingesetzt werden, den Gelenkknorpel zu schützen und werden vor allem zur Prävention von und die Behandlung von Arthrose eingesetzt.

Glucosamin

Glucosamin ist die Vorstufe von mehreren Komponenten der Proteoglycane und der Hyaluronsäure. Im Knorpel ist die Hyaluronsäure an die Proteoglycane gebunden und formt Aggregate, die für eine ausreichende Hydrierung der Gewebe sorgt. In der Gelenkflüssigkeit fungiert die Hyaluronsäure als Schmiermittel und Chondroprotektivum.

Chondroitin

Chondroitin ist ein Bestandteil von Proteoglycanen, deren Rolle eine gute Hydrierung der Knorpel und Knochen ist. Zusätzlich dazu schützt es direkt die Knorpelzellen gegen enzymatische Reaktionen und freie Radikale.

MSM
MSM oder Methylsulfonylmethan hat ebenfalls chondroprotektive Eigenschaften. Es ist außerdem eine Quelle organischen Schwefels, der essentiell für die Synthese von Kollagen ist. Kollagen ist ein Protein das im Knorpel reichlich vorhanden ist und ihm seine spezifischen Eigenschaften der Feuchtigkeit, Stärke, Elastizität und Flexibilität gibt.


Als Präventivmaßnahme kann ein Ergänzungsfuttermittel wie Ludgers FLEXY | PULVER oder FLEXY | FLÜSSIG bei Sportpferden eingesetzt werden, um den Bewegungsapparat zu schützen und das Risiko von Gelenkschäden zu minimieren. Vor allem während dem Anreiten/Vorbereiten, intensivem Training, während Wettkämpfen oder bei Arbeit auf hartem Boden. Als Präventivmaßnahme bei gesunden Pferden kann es außerdem die Geschmeidigkeit und Flexibilität fördern.

✅ Im Fall einer Arthrose verhindern Chondroprotektiva die Verschlimmerung der Gelenkschädigung und tragen zu einer Verlangsamung der Gelenksdegeneration bei.
✅ Die Wirkung der Gabe von Chondroprotektiva kann nicht direkt von außen erkannt werden. Ludgers FLEXY | PULVER und FLEXY | FLÜSSIG sollten mindestens einen Monat angewendet werden, damit ein Effekt erkennbar wird.
Mehrere klinische Studien haben die Wirkung dieser drei Inhaltsstoffe wissenschaftlich festgestellt. Deswegen setzen wir auf diese Wirkstoffe in unserem Ludgers N FLEXY | PULVER und FLEXY | FLÜSSIG.

… und Phytotherapie für Pferde?

Natürliche Nahrungsergänzer mit Kräutern existieren ebenfalls. Unter den am häufigsten eingesetzten Pflanzen für die Gelenke, ist Harpagophytum die meistgenutzte. Harpagophytum oder Teufelskralle ist eine Pflanze, die bekannt für ihre schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften ist. Besonders weit verbreitet ist ihre Verwendung zur Linderung von Gelenkschmerzen, insbesondere bei Arthrose.
⚠️ Phytotherapie birgt oft ein Dopingrisiko und sollte deshalb bei Turnierpferden vermieden werden!

Hufpflege

Generell ist die Hufpflege von einem Schmied äußerst wichtig. Sie muss regelmäßig durchgeführt werden, um Abweichungen zu vermeiden und die Verteilung des Körpergewichts auf die Füße ins Gleichgewicht zu bringen. Abhängig von den verschiedenen festgestellten Defiziten und in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt, sind trimmen und/oder Beschlagen Mittel der mechanischen Korrektur, die Dysbalancen ausgleichen und Schmerzen im Zusammenhang mit Arthrose lindern können.

Eine geeignete Umwelt

Es wird empfohlen das Gelenk mobil zu halten. Bewegung sorgt dafür, dass die Gelenkfunktion angesprochen wird und dass die an die Gelenke grenzende Muskulatur trainiert wird. Die Diagnose Arthrose sollte nicht direkt alle Aktivität ausschließen, solange es nicht schmerzhaft für das Pferd ist.
Außerdem sollte immer die Körperkondition des Pferdes überwacht werden. Übergewicht ist eine der Hauptfaktoren, die das Auftreten von Arthrose begünstigen und die Symptome bei einer diagnostizierten Arthrose verschlimmern können.

Zur Erinnerung

  • Hufe brauchen regelmäßig die Aufmerksamkeit eines Hufschmieds
  • Ein bewegungsarmer Lifestyle beschleunigt nur das Fortschreiten der Arthrose
  • Man sollte die körperliche Aktivität beibehalten und gleichzeitig die physischen Grenzen des Pferdes akzeptieren

3.    Zusammenfassung - Arthrose und Leistung?


Bei Gelenkproblemen und dem Auftreten von Arthrose ist Vorbeugung der Schlüssel zum Erfolg. Pferdegelenke sind empfindlich und werden verletzlicher mit steigendem Pferdealter. Es ist möglich das Auftreten von Gelenksproblemen vorzubeugen, indem man die richtigen Maßnahmen ergreift: Eine balancierte Fütterung, die den täglichen Bedarf abdeckt und eine regelmäßige Hufbearbeitung. Bei jungen Sportpferden kann eine präventive Ergänzung mit chondroprotektiven Wirkstoffen das Risiko von Gelenksproblemen verringern.
Das Auftreten von Arthrose bei Sportpferden ist weit verbreitet, was nicht unbedingt bedeutet, dass sie nicht mehr im Sport gehen können. Die Entwicklung von Arthrose ist eng verbunden mit Leistungssport und Sportpferde sind die, bei denen es am häufigsten auftritt. Ein Pferd kann aber trotz Arthrose weiter Leistung erbringen, wenn es keine Schmerzen hat.
Es gibt tatsächlich auch mehrere Möglichkeiten, den Schmerz der Arthrose zu lindern und das Fortschreiten zu verlangsamen, unter anderem durch Futterzusätze. Trotzdem ist es sehr wichtig das Training und die Intensität an die Entwicklung der Arthrose und den Grad der Degeneration anzupassen und die regelmäßige Kontrolle der Entwicklung zu gewährleisten.
 

Zugehörige Produkte

FLEXY | PULVER
Ergänzungsfuttermittel für Pferde

Inhalt: 1.8 Kilogramm (51,06 €* / 1 Kilogramm)

91,90 €*

Tipp
OSTEOFLEXY | PELLETS
OSTEOFLEXY | PELLETS
Ergänzungsfuttermittel für Pferde

Inhalt: 1.5 Kilogramm (27,67 €* / 1 Kilogramm)

41,50 €*

FLEXY | FLÜSSIG
Ergänzungsfuttermittel für Pferde

Inhalt: 1 Liter

50,90 € - 202,20 €*