Bei großer Anstrengung

Pferdegerecht füttern
– aber wie?

Bei der Entwicklung gesunder Pferdenahrung ist es unabdingbar, sich mit den physiologischen Verdauungsabläufen des Pferdes sowie mit dem Lebewesen Pferd als solches zu beschäftigen. Finden diese Aspekte Beachtung, ist Pferdefütterung im Grunde sogar relativ einfach.
Gehen, fressen, ruhen und soziale Interaktion – dies sind seit Millionen von Jahren die Grundbedürfnisse der Pferde und so ist es auch heute noch in ihren Genen gespeichert.
Dagegen verblassen die vier- bis sechstausend Jahre seit dem Beginn der Nutzung des Pferdes als Reit- und Tragtier durch den Menschen als unbedeutend kurzer Zeitraum. Und so reiten und pflegen wir heute noch immer denselben Pferdetyp von damals:
Ein in der Herde lebendes Fluchttier, das in offenen Landschaften lebte und bis zu 16 Stunden täglich Gras und Laub kaute.
Bei dieser gemächlichen Nahrungsaufnahme produziert ein Pferd abhängig von Futterart und -zusammensetzung täglich bis zu 40 Liter Speichel und zusätzlich noch eine große Menge verschiedener Verdauungssäfte vom Magen über die Leber (da das Pferd keine Gallenblase hat, übernimmt diese die Produktion der Gallensäfte) und Bauchspeicheldrüse bis hin zum Darm. Über 40.000 Kaubewegungen sind erforderlich, um die täglich anfallende Futtermasse zu zerkleinern.
Im Vergleich dazu einige Zahlen aus der heutigen, modernen Pferdewelt:
Futtermittel
Menge
Speichelproduktion
Fresszeit
Kaubewegung
Kraftfutter 1 kg 1 l 10 min. 1.000
Heu 1 kg 3,5 l 40 min. 3.000
Das Kauen trägt neben der Speichelproduktion zusätzlicheinen großen Beitrag zum psychischen Wohlbefinden des Pferdes bei. Genau deshalb ist das Beimischen von zerkleinerter Rohfaser zum täglichen Kraftfutter sehr sinnvoll, denn damit wird die Fresszeit verlängert sowie die Anzahl der Kaubewegungen und die Speichelproduktion erhöht.